NJPW Lion’s Gate Project 12 (15. Mai) Review: Nagata vs. Yoshida, Umino vs. Sekimoto

Mit verletzungsbedingter Verspätung ist es endlich so weit: Yuji Nagata und Ayato Yoshida treffen in einem Singles Match aufeinander! Außerdem befindet sich BJW-Loyalist Daisuke Sekimoto auf der Durchreise, um das hoffnungsvolle Eigengewächs Shota Umino auf die Probe zu stellen. Fünfmal liegt es bei Lion’s Gate Project 12 am Nachwuchs, seinen Fortschritt aufzuzeigen.

Yota Tsuji vs. Yuya Uemura – Time Limit Draw

In typischer Young-Lion-Manier beackerten sich die neuesten Produkte des New Japan Dojos mit dem eingeschränkten Arsenal an Bodyslams, Chops und Forearms. Nach knapp fünf Minuten präsentierte Uemura, der freundlichere Teil der jüngsten Generation, die bessere Strategie: Um Tsujis Bewegungsfreiheit einzuschränken, bearbeitete er bei jeder sich bietenden Gelegenheit dessen linkes Bein. Als es per Boston Crab nicht für den Sieg reichte, drehte wiederum Tsuji auf und warf seine Ausführung des Aufgabegriffs in die Waagschale. Jene erwies sich als deutlich wütender, ließ Uemura vor Ablauf des Time Limits allerdings nicht mehr abklopfen.

Das nunmehr dritte Unentschieden im dritten Kampf war für Tsuji Grund genug, seinen ungeliebten Kollegen auch nach dem Ringgong mit Forearms einzudecken. Uemura revanchierte sich umgehend. Gute Vorstellung der Rookies, die im zweiten Monat ihrer Karriere auf den ersten Erfolgsmoment hinarbeiten. (10:00) **

Yota Tsuji und Yuya Uemura trennten sich auch im dritten Aufeinandertreffen ohne Sieger. (© NJPW)

Manabu Nakanishi besiegte Tomoyuki Oka

Wie die beiden Rookies trafen sich Nakanishi und Oka vor dem Event zweimal zu einem persönlichen Stelldichein im Ring. Anders als Tsuji und Uemura zog der Veteran jedoch jedes Mal als Sieger vom Platz. Immerhin: Oka hielt auch dieses Mal etwas länger durch, wenngleich es weiterhin an der nötigen Ringübersicht mangelte, dem „Wild Man“ ernsthaft gefährlich werden zu können.

Nachdem die beiden Zuchtbullen ihre Kraft unter Beweis stellten, nahm sich Nakanishi alle Zeit der Welt, Oka gemütlich um und durch den Ring zu prügeln. Zu viel für den Nachwuchs, der schon bald mit Forearms antwortete, den alten Haudegen sogar mit einem Belly To Belly Suplex zu schwächen wußte. Anschließend fehlte es schlichtweg an Abgebrühtheit. Noch ehe Oka den Sack zumachen konnte, schlug Nakanishi bereits mit Lariats um sich, bevor der Argentine Backbreaker das Ende besiegelte. Zähe Angelegenheit, in der Okas Feuer die Stand-By-Mobilität Nakanishis nur bedingt negieren konnte. (9:04) *¾

Veteran Manabu Nakanishi wies Rookie Tomoyuki Oka einmal mehr in die Schranken. (© NJPW)

Hiro Saito & Hiroyoshi Tenzan besiegten Ryusuke Taguchi & Ren Narita

Ein Traum für alle Anwesenden: Nach der trägen Darbietung  von Nakanishi ging es mit den identisch unbeweglichen Hiro Saito und Hiroyoshi Tenzan weiter. Die Arbeit blieb an den Junior Heavyweights hängen. Vor allem an Rookie Narita, der sich frühzeitig Prügel abholen durfte, nachdem Taguchis Mongolian Hip Attacks wenig Schaden bei Tenzan anrichteten. Die Ookami Gundan von anno dazumal isolierte und zerpflückte den erst 20-jährigen Jungspund mit Schlägen, Tritten und Stuhl, bis es endlich für den semi-heißen Wechsel reichte.

„Funky Weapon“ bemühte sich nach Leibeskraft, die Wogen zu glätten. Doch das Kind war längst in den Brunnen gefallen. Nach einer kurzen gemeinsamen Offensive geriet Narita erneut ins Hintertreffen. Und diesmal konnte Taguchi nur noch zusehen, wie sein Partner in der Anaconda Vice zu Grunde ging. Summa summarum eine weitere zu langsam geratene Konfrontation. (12:13) *¾

Endstation Anaconda Vice: Ren Narita blieb gegen Hiroyoshi Tenzan nur noch die Aufgabe. (© NJPW)

Daisuke Sekimoto besiegte Shota Umino

Während Tomoyuki Oka in der Undercard stagniert, erhielt Red-Shoes-Söhnchen Shota Umino auch bei Lion’s Gate Project 12 den besseren Platz auf der Card. Möglicherweise ein Hinweis auf Veränderungen hinsichtlich Priorität und Hierarchie.

Niemand in Japan versteht sich so gut darauf, temperamentvolle Sprößlinge zu vertrimmen, wie Daisuke Sekimoto. Der Gast von Big Japan ließ nicht eine Sekunde lang den Verdacht aufkommen, er könnte von Umino besiegt werden. Ganz im Gegenteil stellte er bequem seine Dominanz zur Schau, legte sich gleichermaßen mit dem Publikum an. Der anfängliche Beistand für den Außenseiter verstummte, als Umino wie ein nasser Sack durch das Seilgeviert geworfen wurde, ohne auch nur einen Nadelstich setzen zu können. Sekimoto hatte das Sagen – und hielt es ganz Shinjuku FACE unmißverständlich unter die Nase.

Je länger der Wolf die Exekution hinauszögerte, desto besser kam das Schaf ins Match. Als Sekimoto längst wie der sichere Sieger aussah, wurde er plötzlich von einem Dropkick wachgerüttelt, landete in einem Armbar und wurde mit einer unerwartet großen Portion Feuer bedacht. Letztendlich konnte der Rookie seine Schlachtung allerdings nur verschieben. Mit jeder weiteren Minute gingen ihm Ideen und Kraft aus. Sekimoto derweil schlug mit Vertical Suplex und Missile Dropkick zu, beendete den Kampf wenig später mit einer Lariat. (14:38) ***¼

Der dreifache BJW Strong World Heavyweight Champion Daisuke Sekimoto klopfte Shota Umino weich. (© NJPW)

Yuji Nagata besiegte Ayato Yoshida

Im Kontrast zu Umino und Sekimoto drehten Nagata und Yoshida den Spieß um. Der 25-Jährige Schüler von TAKA Michinoku wollte seinem Status als „New Generation Ace“ gerecht werden und den in die Jahre gekommenen Drachen mit aller Macht erlegen. Ausgerechnet der Veteran war es, der einige Zeit benötigte, sein Tempo zu finden. Bei Zeiten wirkte es fast, als hätte sich ein junger Katsuyori Shibata gefunden, der „Mr. IWGP“ ins Seniorenheim zu befördern gedachte.

Und vielleicht war es genau diese Erinnerung, die Nagata nach knallharten Minuten neuen Wind verschaffte. Denn kaum wendete sich das Blatt, kannte „Blue Justice“ kein Halten mehr. Yoshida klingelte sein Gegenüber ein letztes Mal mit Forearms an, erhielt für seine Bemühungen einen klatschenden Tritt an die Brust, ehe sein Abend mit dem Backdrop Hold beendet wurde. Trotz starker Gegenwehr entschied Nagata die anhaltende Rivalität, zumindest vorerst, für sich. *** (12:47)

Auch mit 50 Jahren in beeindruckender Form: Yuji Nagata zeigte K-DOJO-Jüngling Ayato Yoshida die Grenzen auf. (© NJPW)

Fazit

Lion’s Gate Project 12 geht nicht als spektakulärster Abend der Veranstaltungsreihe in die Geschichte ein, punktete dafür jedoch mit der gewohnt hohen Qualität der jungen Wilden. Kämpfe mit Beteiligung von alten Gaunern wie Nakanishi und Tenzan können auch 2018 noch Spaß machen. Diesmal wollte der Funke aber nicht ganz überspringen.

Nach einer vergleichsweise zahmen ersten Hälfte ging es erst mit Umino-Sekimoto und Nagata-Yoshida rund. Beide Kämpfen hielten, was sie im Vorfeld versprochen haben: Lion’s Gate von seiner besten Seite! Yuji Nagata fand die passenden Schlußworte:

Die 13. Ausgabe findet kurz nach Dominion am 13. Juni statt. Unter anderem mit Shota Umino vs. Ayato Yoshida im Hauptkampf, Yuji Nagata vs. Tomoyuki Oka und dem nächsten Duell zwischen Yota Tsuji und Yuya Uemura.

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Author: Steffen Götze

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