NJPW Wrestle Kingdom 13 (4. Januar) Preview

Nur noch einmal schlafen, dann steigt die dicke Sause! Die Spannung auf das größte Spektakel New Japans wächst, seitdem Kazuchika Okada mitsamt IWGP Heavyweight Championship und Gedo den Tokyo Dome verlassen hat. Wie unwirklich sich nur zwölf Monate anfühlen können! Viel ist passiert, viel wird passieren. Wir haben einen Blick auf die vor uns liegenden Schlachten geworfen!

Die zweieinhalb Experten

  • Gerry ist nicht nur ein WM-Sportler mit eigenem Panini-Bild. In seiner Freizeit fungiert er außerdem als Mainstream-Fan, der es sich ob schwächelndem WWE-Produkt nicht nehmen läßt, hin und wieder beim Marktführer aus dem Osten vorbeizuschauen – und das, obwohl die Wrestler auf seinen geliebten „Dance Break“ verzichten!
  • Chris darf sich von seinem eigenen Sohnemann anhören, wie langweilig Hiroshi Tanahashi ist. Wenn er nicht gerade durch die Weltgeschichte reist und das Leben als pummeliger Jetsetter genießt, hält er seine Gedanken bei Shuyaku.de fest – einem Blog, der das Potential hat, irgendwann einmal so gut wie Kamigoye zu werden.
  • Steffen fällt es schwer, sich selbst zu loben, weil er so unheimlich bescheiden ist. Dabei weiß er genau, daß ohne seine Anwesenheit rein gar nichts laufen würde! Der sympathische Sachse verfolgt New Japan seit 2012 und kann erfolgreich vortäuschen, das Produkt und Gedos Gehirnwindungen verstanden zu haben. Lobt ihn später!

NEVER Openweight Championship
Kota Ibushi (c) vs. Will Ospreay

Steffen: Ibushi zählt zu meinen Lieblingen, Ospreay zählt zu meinen Lieblingen. Meine Freude auf dieses Spektakel wächst, seitdem die beiden Wirbelwinde Anfang September das erste Mal in einem Tag Team Match aufeinandergetroffen sind. Daß die NEVER Openweight Championship miteinbezogen werden könnte, war spätestens seit Ospreays Ausscheiden im Turnier um die vakante Junior Heavyweight Championship und die Positionierung gegen Taichi abzusehen. Es scheint, als sei die Zeit des Briten in der unteren Gewichtsklasse vorbei. Sagen wir so: Mit all den potentiellen Kämpfen, die ihm der New-Japan-Kader zu bieten hat, steht mein Anwärter auf den MVP 2019 fest. Der Grundstein wird in einem Wrestle-Kingdom-Opener gelegt, über den wir noch in vielen Jahren reden werden.

Der „Golden☆Star“ hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt zweifelsohne den größeren Namen. Doch daß er die NEVER Openweight Championship ohnehin nicht benötigt, wurde schon mit dem seltsamen Angle um Hirooki Goto offensichtlich. Der CHAOS-Streiter mußte den armen Ibushi förmlich dazu zwingen, ihm das Gold für den im Raum stehenden Ospreay-Kampf abzunehmen – und die seit 2008 anhaltende Wrestle-Kingdom-Serie des „Fierce Warriors“ zu beenden. Klingt alles so, als wäre der Sieger fix. Denn warum hätte man den verletzten Ospreay noch zwischen Tür und Angel in diesem Kampf platziert, wenn er doch genauso gut durch Goto hätte vertreten werden können? Der „Aerial Assassin“ macht’s und empfiehlt sich in einem Match Of The Year Candidate für die Schwergewichte. Tipp: Will Ospreay

Gerry: Dieses Match wird den Anwesenden im Tokyo Dome mit Sicherheit gleich mal die Dauerwelle durchwirbeln. Hier erwartet uns ein Highflying-Feuerwerk der absoluten Sonderklasse! Einen besseren Opener kann es für eine Show wie Wrestle Kingdom eigentlich gar nicht geben, denn hier werden die Fans gleich von Anfang an in den Rollercoaster gepackt und ab geht die wilde Fahrt. Da ich beim besten Willen nicht herauskristallisieren kann, wer hier den Sieg besser brauchen könnte bzw. welche Pläne man bei NJPW mit den beiden Jungs und der eher unwichtigen NEVER Openweight Championship hat, gehe ich einfach nach Gefühl. Ich denke, dass Kota Ibushi dieses Match für sich entscheiden wird und außerdem tippe ich sowieso schon aus Prinzip gegen Will Ospreay. Sei es nur, um einen guten Kumpel damit zu triggern und mir einen weiteren 3-Stunden-Vortrag anzuhören, warum Will Ospreay demnächst der großartigste Wrestler aller Zeiten werden wird. Tipp: Kota Ibushi

Chris: Ich glaube, mein ostdeutscher Kollege hat das schon treffend analysiert. Warum sollte man Ospreay so kurzfristig in das Match basteln, wenn Goto gegen Ibushi auch im Dome hätte stattfinden können? Es macht keinen Sinn! Ich erwarte einen völlig verrückten Kampf, einen Kampf, der uns und die anwesenden Scharen verzaubern wird. Ospreay und Kota werden sich, gelinde gesagt, halb umbringen und ich hoffe, sie bekommen die Zeit, die sie benötigen. Um das Ganze dann noch mal gen Tipp zu steuern: Will sollte Champion werden, verletzte sich und wird im Dome endlich NEVER Openweight Champion werden. Tipp: Will Ospreay

IWGP Junior Heavyweight Tag Team Championship
Yoshinobu Kanemaru & El Desperado (c) vs. YOH & SHO vs. BUSHI & Shingo Takagi

Chris: 305. 305 ist die magische Zahl für Yoshinobu Kanemaru und El Desperado. Die beiden Schergen der Suzuki-gun halten die IWGP Junior Heavyweight Tag Team Championship seit sage und schreibe 305 Tagen und haben damit den längsten Run mit diesen Belts seit zwanzig langen Jahren. Wer hätte das am Anfang des Jahres gedacht, als die Young Bucks sich den Titel das siebte Mal sichern konnten, nur um drei Wochen später direkt wieder an die vorherigen Champions, Roppongi 3K, zu droppen? Den beiden Posterboys schien die Türe in der Division sperrangelweit geöffnet zu sein. Aber weit gefehlt, denn schon im März sprangen die Lausbuben der Suzuki-gun in die Presche und siegten und siegten und siegten …

Wenn auch nicht immer sauber. Die Tag Team Champions wendeten ihre fiesen Tricks weiter an, trugen die Gürtel von Show zu Show, bis es im Oktober einen entscheidenden Knackpunkt gab. Am zweiten Tag des Super Junior Tag Tournaments durften endlich die Roppongis jubeln, als YOH Desperado einrollen konnte. Der erste Sieg war gelungen gegen die Champions und das alles sollte sich zu einem Dreier im Turnierfinale bei Power Struggle münzen. Auch hier jubelten die Partyboys in der Paarung, welche es nun bei Wrestle Kingdom ein zweites Mal geben wird.

Was wird passieren? Man hat das gesamte Jahr darauf hin gearbeitet, dass Roppongi 3K bei Wrestle Kingdom 13 die Titel in die Luft recken werden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass LIJ hier gewinnen werden und zwar, weil Shingo einfach nicht in ein Tag Team gehört. Gut, ein wirklicher Grund ist dies nicht. Ich denke jedoch, dass Shingo 2019 im Einzelbereich durchstarten wird. Tipp: Roppongi 3K

Steffen: Vor einer Woche wäre mein Tipp ohne jeden Zweifel ebenfalls an die Roppongis gegangen. Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so sicher. Es steht außer Frage, daß Shingo Takagi für mehr berufen ist als ein Tag Team mit BUSHI. Aber eben das könnte ein wenig Abwechslung in die Division bringen. Und ganz nebenbei wäre es ein absolutes Statement, würde der „Dragon“ bei seinem ersten Tokyo-Dome-Abstecher für New Japan Fiesling Kanemaru ausheben und für drei Sekunden auf dem Boden halten. Die Mannen von Rocky Romero haben dieses Three Way Match bereits bei der Super Junior Tag League für sich entschieden – die Championship können sie sich immer noch in den nächsten Monaten sichern. Das paßt sogar ganz gut zu den Resultaten des Turniers: Dort haben die Los Ingobernables gegen Kanemaru & Despy verloren, dafür gegen die Roppongis gewonnen. Es gibt offene Rechnungen zu begleichen! Tipp: BUSHI & Shingo Takagi

Gerry: Alter Schwe… Japaner! Triple Threat Matches scheinen im Land der aufgehenden Sonne ja momentan richtig in Mode zu kommen. Was hat Kenny Omega da wieder die Wrestling-Welt verändert (nachdem ihn Cody vom Holzweg auf die richtige Bahn gelenkt hat), als er diese Art von Match für den Main Event von NJPW King Of Pro Wrestling quasi erfunden hat? Mittlerweile scheint man sie ja gerne für die Tag Team Matches einzusetzen und da konnten auch die Juniors nicht entkommen. Auch hier kann ich nicht im Geringsten abschätzen, was die letzten Wochen und Monate für einen Matchausgang logisch erscheinen lassen würden. Deshalb verlasse ich mich einmal mehr auf mein Gefühl bzw. auf meine persönliche Präferenz und tippe auf Rocky Romeros Jungs. „Rocky, SHO & YOH to save the day!“ Tipp: Roppongi 3K

RevPro Undisputed British Heavyweight Championship
Tomohiro Ishii (c) vs. Zack Sabre Jr.

Chris: Erstmalig in der Geschichte von Revolution Pro Wrestling wird der Undisputed British Heavyweight Title bei Wrestle Kingdom in Japan verteidigt und das zwischen zwei absoluten Monstern. Zack Sabre Jr. verlor den RPW Belt am 6. April in den USA an Tomohiro Ishii und der Belt ging auf Reisen durch Europa und Japan, denn der „Stone Pitbull“ machte keine halben Sachen. Am 1. Juli verlor Ishii den Titel in Manchester bei „Strong Style Evolved UK“ an ZSJ-Stable-Boss Minoru Suzuki in einem fantastischen Kampf. Der Schreiber dieser Zeilen war damals live vor Ort. Ishiis Restjahr war damit festgelegt, denn in mehrfachen Schlachten begegnete er dem Suzuki-gun-Mann und holte sich den Titel sogar noch zurück.

Dass Zack Sabre Jr. dann bei Ishii durchklingelte, war keine all zu große Überraschung. Der Brite hatte ein wirklich großes Jahr bei New Japan, konnte er doch den New Japan Cup im März gewinnen, als er über SANADA, Kota Ibushi, Tetsuya Naito und schlussendlich „Ace“ Hiroshi Tanahashi hinwegfegte. Zack Sabre Jr. hatte 16 Einzelkämpfe unterm New-Japan-Banner 2018 und verlor nur ganze fünf Stück, eine verrückte Quote.

Schwer! Wenn man Sabre Jr. 2019 auch bei der Stange halten möchte, sollte man ihn im Dome triumphieren lassen und dabei ist es wumpe, ob der Belt nicht mal ein New Japan Belt ist. Hier sollte es einzig und allein um die Stage gehen und das ist eben die größte im NJPW-Kalender. Andererseits ist sein Gegner Tomohiro Ishii, ein Mann, der überaus beliebt in Japan ist und wer weiß, wann er das nächste Mal ein Singles Match im Dome bekommen wird. Dennoch wird der Brite es machen. Tipp: Zack Sabre Jr.

Gerry: Dieses Match wird bei meinen beiden Kumpels, und vielen NJPW Fans, wahre Glücksgefühle auslösen. Ich hingegen werde diese Zeit wohl nützen, um die Toilette aufzusuchen und mir ein neues Getränk zu organisieren. Bevor hier jetzt irgendjemand übereifrig nach einer Mistgabel sucht, um mich aus dem Dorf zu jagen, gebe ich noch schnell meinen Tipp ab und gehe vorsorglich in Deckung. Zack Sabre Jr. gewinnt das Ding, aber meine Vorfreude hält sich stark in Grenzen. Mein persönliches Highlight bei diesem Match wird wahrscheinlich wieder die Introduction von TAKA Michinoku sein. Alle, die mich jetzt steinigen wollen: Come over heeeeere! Tipp: Zack Sabre Jr.

Steffen: Ziemlich interessant, daß es die ROH World Championship zum zweiten Mal in Folge nicht auf die Card geschafft hat, dafür jedoch ein RevPro-Gurt ausgekämpft wird. Das muß nichts heißen, könnte aber auch darauf hindeuten, daß die Zusammenarbeit unabhängig der gemeinsamen Touren etwas ins Stocken gerät. Mit New Japans Ambitionen, in den US-Markt vorzustoßen, erklären sich mögliche Folgeprobleme ohnehin von selbst. Über das Match wurde alles gesagt. Zacks Aufbau zum Top-Gaijin wird in den kommenden Monaten unvermindert fortgesetzt. Der Sieg über den „Stone Pitbull“ ist obligatorisch. Tipp: Zack Sabre Jr.

IWGP Tag Team Championship
Tama Tonga & Tanga Loa (c) vs. EVIL & SANADA vs. Nick Jackson & Matt Jackson

Gerry: Auf dieses Match freue mich richtig, denn ich glaube, dass diese sechs Jungs einen echten Kracher in den Tokyo Dome zaubern können. Auch wenn diese Triple Threat Matches eigentlich kein NJPW-Stilmittel sind, bin ich dennoch fest davon überzeugt, dass man sich in Zukunft gerne an dieses Aufeinandertreffen zurückerinnern wird. Was den Matchausgang betrifft, so könnte ich kaum unschlüssiger sein. Alle drei Teams könnten den Dome mit dem Gold verlassen und alle drei Teams wären verdiente Champions. Was spricht für Tama und Tanga? Nun, sie sind definitiv ein großartiges Tag Team und richtig gute Heels. Es gibt eigentlich keinen triftigen Grund, um ihnen die Titel schon wieder abzunehmen. Außerdem braucht der „neue“ BULLET CLUB ein bisschen Gold um die Hüften, wenn man sich langfristig als gefährliche Gruppierung positionieren möchte. EVIL & SANADA hätte man wohl vor einigen Monaten noch großartige Singles-Karrieren prophezeit, doch inzwischen haben sie es sich in der Tag Team Szene gemütlich gemacht. Der Sieg im Finale der Tag League gegen die amtierenden Champions kommt natürlich ziemlich Wrestling-101 daher, doch er gibt den LIJ-Jungs natürlich einen psychologischen Vorteil im bevorstehenden Kampf.

Auftritt Matt & Nick Jackaaasooooooon! Die Young Bucks sind nicht nur als Produzenten ihrer eigenen YouTube-Show zu Ruhm gelangt, sondern auch durch ihre Arbeit im Ring. Unzählige Tag-Team-Titel haben ihren bisherigen Karriereweg gepflastert und sie wären definitiv in der Lage, hier den ganz großen Coup zu landen und sowohl die Guerillas als auch LIJ auszustechen. Aus reiner Fan-Sicht würde mich das auch sehr freuen, doch es gibt einen ganz großen Punkt, der gegen einen Sieg der Bucks spricht: All Elite Wrestling! Ob und wann dieses Projekt tatsächlich Realität wird, weiß man zwar noch nicht, doch irgendwas ist hier offensichtlich im Busch. Da man auch noch nicht weiß, inwiefern hier eine Kooperation mit NJPW möglich ist, gehe ich einfach davon aus, dass die Bucks hier keinesfalls mit dem Gold die Halle verlassen werden und vielleicht sogar als fall guys fungieren werden. Bleiben also die Guerillas und LIJ übrig und aus oben erwähnten Punkten rechne ich hier mit einer erfolgreichen Titelverteidigung von „Bad Boy“ Tama Tonga und „Silver Back“ Tanga Loa. Tipp: Guerillas Of Destiny

Steffen: Ich glaube nicht, daß der Start von All Elite Wrestling gegen einen Titelgewinn der Bucks spricht. Die Championship kann in absehbarer Zeit wieder wechseln und ich habe keinen Zweifel daran, daß wir die Jackson-Brüder auch in diesem Jahr mit einem abgespeckten Terminkalender im Ring von New Japan sehen werden – ganz egal, was da im Busch sein mag. Irgendwie fühlt sich ihre Storyline mit dem BULLET CLUB noch nicht beendet an, oder? Die Guerrillas haben den beiden (und Marty) gleich zweimal Gold abgeluchst und nie eine Quittung dafür erhalten. Ein Sieg von EVIL & SANADA klingt verlockend und wahrscheinlich, aber ich höre auf mein Bauchgefühl und spekuliere auf ein letztes großes Hurra der Elite-Knalltüten. Danach schließt sich der Kreis, indem die Kollegen der Ingobernables die neuen Titelträger im dritten Anlauf besiegen. Gern zeitnah bei der New Beginning Tour! Tipp: Young Bucks

Chris: Da veranstaltet man ein Tag Team Turnier und dennoch haben wir am Ende einen flotten Dreier, NJPW in a nutshell. Doch bei allerlei dümmlichen Booking Ausreden à la Rematch-Klausel werden wir ein schönes Match sehen. Die Bucks werden uns wieder mit allerlei Manövern beeindrucken, EVIL & SANADA haben eine 40.000-Mann-Wand hinter sich und die Guerillas werden fies wie Herpes sein. Alles in allem klingt das nach ’ner Sause und ich glaube fest an einen Sieg der Young Bucks, denn bis dato durften sie nur schlucken gegen den CLUB. Nein, dafür bringt man die beiden nichts ins Match hinein. In den folgenden Shows kann man den Belt immer noch weiter droppen. Tipp: Young Bucks

IWGP United States Heavyweight Championship
Cody (c) vs. Juice Robinson

Gerry: Jeder, der mich kennt weiß, dass Cody Rhodes in meinen Augen „The Man“ ist. Vergesst Becky Lynch und ihren zufällig zustande gekommenen Stone-Cold-esquen Run in Vinces Welt. Cody verkörpert für mich alles, was ich bei einem Wrestler sehen möchte. Ist er im Ring so technisch versiert wie Tanahashi? Nein. Fliegt er so schön durch die Lüfte wie Kenny Omega und verändert nebenbei noch die Welt? Nein. Wird er von den NJPW-Fans so vergöttert wie Kazuchika Okada und Tetsuya Naito? Ganz bestimmt nicht! Doch was ist es dann, was mich so an ihm fasziniert? Sein WWE Run war ganz nett und ich hatte von Anfang an Sympathien für ihn entwickelt. Trotz dummer Gimmicks wie „Dashing“ Cody oder Stardust hat er es trotzdem immer geschafft, dass ich mich für das interessiere, was er tut. Zugegeben, nach seiner „Flucht“ in die Indy-Szene hatte auch ich ihm nicht im Geringsten zugetraut, das auf die Beine zu stellen, was er letztendlich getan hat. Man hatte ihm prophezeit, als ehemaliger WWE-Midcarder in der Versenkung zu verschwinden, doch er hat getan, wovon Kenny in seinen Promos lediglich rumstottert. Cody hat die Wrestling-Welt ein Stück weit verändert. Zusammen mit seinen Kumpels hat er ALL IN auf die Beine gestellt und über 10.000 Leute in die Halle gebracht. Zusätzlich war er inzwischen schon ROH World Heavyweight Champion, NWA World Heavyweight Champion und ist amtierender IWGP United States Heavyweight Champion. Nicht schlecht für einen langweiligen Wrestler, der ausschließlich vom Namen seiner Familie lebt.

Natürlich wirkt seine Art von Wrestling im Vergleich zu den restlichen Topstars dieser Company ziemlich unspektakulär, doch mir gefällt sein Mainstream-Stil einfach sehr gut. Käme dieser bei WWE besser zur Geltung? Wahrscheinlich schon, aber wenn wir in den letzten Jahren eines gelernt haben, dann, dass dieser Mann seinen eigenen Weg geht und sich von niemandem vorschreiben lässt, was eine „smarte“ Business-Entscheidung wäre. Rhodes hat außerdem ein gutes Auge für Talente und will diese, so gut er kann, auch fördern. Hier kommt Juice Robinson ins Spiel! Dem Mann quillt das Charisma schon aus den Ohren raus. Die Fans lieben den lustigen Kerl mit den Dreadlocks und er ist für mich das größte Legit-Babyface seit NXT-Bayley. Der wichtige Sieg gegen den gestandenen Superstar, den ich ihm übrigens fälschlicherweise schon für das USA Special vorausgesagt hatte, wird hier zustande kommen. Natürlich spielt bei diesem Tipp auch wieder die Tatsache der ungewissen Zukunft von Cody und den Bucks eine gewichtige Rolle. Doch auch, wenn er einen langfristigen Vertrag mit NJPW in der Tasche hätte, würde ich ihn bei Wrestle Kingdom als Verlierer aus dem Ring gehen lassen. Cody ist Old School bis auf die Knochen und deshalb wird er im Tokyo Dome das Richtige tun und sich für Juice hinlegen. Denn während Robinson ein aufstrebender Star für die Company ist, befindet sich Cody offenbar auf dem Weg in eine andere Zukunft. Tipp: Juice Robinson

Chris: Ich liebe Juice, ich liebe nicht Cody. Während Gerry der größte (und einzige) Cody-Mark ist, den ich persönlich kenne, erzeugt der Rhodes-Sprössling in mir eher das Gegenteil. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das ist auch gut so und da Wrestle Kingdom ist, wird auch ein Match mit Cody vollständig genossen. Ich hatte mit Steffen ein Gespräch über Juices Darstellung seit Ende September und ich fand es schrecklich, wie schnell der Mann mit den Dreads „fallengelassen“ wurde, jedoch machte er mich auf etwas aufmerksam: Was ist, wenn Gedo es so hinstellen wollte, dass Juice unbedingt bei der „biggest stage“ den Belt zurückholt? Abgemacht! Juice, schnapp dir dieses Stück, damit man sich überhaupt noch mal an den Gurt erinnern kann! Tipp: Juice Robinson

Steffen: Genau so wird es passieren! Je größer die AEW-Rolle von Cody ist, desto besser. Ich habe großen Respekt vor seinen Erfolgen seit dem WWE-Ausstieg, muß ihn aber einfach nicht im Ring sehen. Alles andere als ein Juice-Sieg wäre eine Überraschung. Vor zwei Jahren startete Cody mit einem Erfolg über den ehemaligen CJ Parker, nun wird die Geschichte zu Ende geschrieben. Wenn Cody anschließend seltener in den New-Japan-Ring stolziert, wäre ich nicht traurig. Tipp: Juice Robinson

IWGP Junior Heavyweight Championship
KUSHIDA (c) vs. Taiji Ishimori

Steffen: Wenn es einen Wrestler gibt, dem ich einen Tapetenwechsel wünsche, ist es KUSHIDA. Bei New Japan tritt er mittlerweile auf der Stelle. Er hat alles gewonnen, muß niemandem mehr etwas beweisen und ist, bei aller Liebe, schlichtweg zu klein, um die Heavyweights auf glaubhafte Weise aufzumischen. Ein G1-Platz für neue und frische Matches? Klar, gern! Aber mehr sehe ich einfach nicht. Dazu haben sich in den vergangenen Monaten so viele neue Gesichter präsentiert, daß KUSHIDA im Grunde gar nicht mehr benötigt wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Takagis, Ishimoris, SHOs, YOHs oder Kawatos für eine Neuordnung der Division sorgen werden – und dabei ist das designierte Aushängeschild in Form von Hiromu Takahashi noch gar nicht erwähnt. Das WWE-Interesse an KUSHIDA ist offenkundig. Und ich muß gestehen: Würde ich das Kerlchen fortan bei NXT oder meinetwegen auch 205 Live sehen, wäre ich begeistert.

Ishimori auf der anderen Seite ist etwas ruhiger geblieben, als es ein Blick in seine Bilanz vermuten lassen könnte. Im Best Of The Super Juniors hat’s für das Finale gereicht, danach wurde die NEVER Openweight Six Man Tag Team Championship errungen. Aber so wirklich wichtig wirkte er noch nicht. Das mag einerseits am Booking liegen, andererseits aber auch an ihm selbst. Denn mit einem Blick auf die wesentlich charismatischeren Gestalten der Division bleibt Ishimori doch etwas blass ums Näschen. Allein deshalb würde es mich nicht wundern, würde KUSHIDA die Championship behalten und im Laufe des Jahres an Shingo Takagi abgeben. Allerdings ist die letzte Tokyo-Dome-Verteidigung des Gurts sechs Jahre her! Damals gelang es Prince Devitt, den Titel gegen Kota Ibushi und Low Ki zu verteidigen. Ich gehe davon aus, daß die Serie bestehen bleibt. Immerhin wäre KUSHIDA vermutlich ohnehin nicht der Titelträger, hätte sich Hiromu nicht verletzt. Tipp: Taiji Ishimori

Gerry: Die Legende der Junior Division trifft also auf den neuen BONE SOLDIER. Puh … ich muß ehrlich gestehen, dass ich von Ishimori bisher viel zu wenig gesehen habe, um ihm hier realistische Chance auf einen Sieg einzuräumen. Aus Mainstream-Fan-Sicht sprechen höchstens seine Zugehörigkeit zum neuen BULLET CLUB und der gewisse Schockmoment für einen Erfolg. Auf der anderen Seite steht der sechsfache Champ, der sogar den Sohn des legendären Jushin Thunder Liger zu seinen Fans zählen darf. Mich übrigens auch und deshalb geht mein Tipp an den Time Splitter. Tipp: KUSHIDA

Chris: Das „Ace“ der Junior Division geht doch noch mal als Titelträger in den Tokyo Dome. Damit hätte man sechs Monate zurückliegend nicht unbedingt rechnen können, aber durch die schwere und unglückliche Verletzung Hiromus, und Ospreays „Aufstieg“, war KUSHIDA die beste Wahl für einen weiteren Run als Champion. Gegner Taiji Ishimori fiel in diesem Jahr nicht sonderlich oft auf, hatte er doch nicht sonderlich viele Berührungspunkte mit anderen Juniors außer als Partner für die Guerillas Of Destiny. Nichtsdestotrotz, denke ich, wird der BONE SOLDIER sich den Gurt schnappen und die Division ins neue Jahr führen. Shingo oder Hiromu klingen doch nach spaßigen Gegner im neuen Jahr. Tipp: Taiji Ishimori

Special Singles Match
Kazuchika Okada vs. Jay White

Chris: Das einzige Non-Title Match auf der Card ist zugleich das vielleicht am besten aufgebaute Programm von New Japan im Jahr 2018. Bei New Year Dash!! lehnte Jay White die Einladung von Kenny Omega ab, einen Tag darauf trat er überraschenderweise CHAOS bei. Für viele Experten gab es für die Wahl der Faction nur Kopfschütteln, während Mastermind Jay White da schon alles geplant hatte – Okada sollte gestürzt werden. Nach einem Sieg im G1 über Okada schaffte es Jay White, Gedo, immerhin Okadas langjähriger Mentor, davon zu überzeugen, dass er die neue Nummer eins sei. „Switchblade“ wurde nicht nur zu New Japans größtem Heel, sondern auch zum besten in the world today. Als neuer Chef des BULLET CLUBs konnte ihn auch ein „Power Trip“ mit Kazuchika Okada und Hiroshi Tanahashi nicht wirklich stoppen, und so geht Jay White mit jeder Menge Momentum in den Tokyo Dome.

Doch was ist mit Kazu? Nach seinem Titelverlust bei Dominion driftete der „Rainmaker“ in eine midlife crisis, kam mit Ballons zum Ring und schien nicht mehr ganz der fokussierte Wrestler zu sein, der er vorher war. Nachdem Okada Tanahashi bei KOPW nicht schlagen konnte, schlug Whites Stunde und seit diesem Zeitpunkt schien Okada etwas aggressiver und motivierter zur Sache zu gehen. Die goldene Regel war eigentlich seit jeher, dass das Ace im Dome nicht verlieren wird und das wird auch so passieren, denke ich. Ein Jay-White-Sieg auf solch einer großen Bühne wäre ein enormes Ausrufezeichen, doch braucht er es? Bei WK 12 verlor Suzuki die NEVER Championship und forderte dann Tanahashi um die Intercontinental Championship heraus. Ich könnte mir ein ähnliches Szenario für Jay White vorstellen bei New Year Dash!!, also bleibe ich dabei und setze mein Geld auf Okada. Früher oder später wird Kazu sich wieder ins Title Picture einmischen und mit einem Sieg über Jay White sehe ich einen möglichen Dominion Main Event. Tipp: Kazuchika Okada

Gerry: Ich weiß, es klingt komplett verrückt, hier gegen den „Rainmaker“ zu wetten, doch ich werde es trotzdem tun. Okada ist immer noch der prädestinierte Nachfolger von Hiroshi Tanahashi und es würde mich in keinster Weise überraschen, würde er am 4. Januar doch seinen Arm zum Zeichen des Triumphs in die Luft strecken (dürfen). Dennoch habe ich das dumpfe Gefühl, dass der fiese „Switchblade“ „ier am Ende die Nase vorne haben könnte. Als neuer Leader des BULLET CLUBs würde ihm so ein Sieg natürlich bestens zu Gesicht stehen. Andererseits würde ihm eine knappe Niederlage gegen den großen Kazuchika Okada auch nichts anhaben. Sozusagen eine Win-Win-Situation für den aufstrebenden Gaijin-Superstar der Company. Als alter Mainstream-Wrestling-Fan würde mich ein Eingreifen von Okadas altem Weggefährten, Gedo, nicht wundern. Eventuell tauchen ja auch Tama & Co. im Verlauf des Matches auf, um ihrem neuen Anführer die Stange zu halten. Tipp: Jay White

Steffen: Und was ist eigentlich mit dem Maulwurf, der laut „Switchblade“ in den Rängen von CHAOS lauert und nur darauf wartet, sein wahres Gesicht zu zeigen? Wenn Jay White gewinnt, wäre ein schockierender Eingriff der nächste Meilenstein auf seinem Weg zur Weltherrschaft. Auf der anderen Seite hat uns New Japan in den letzten Jahren konditioniert, Überraschungen dieser Art am 5. Januar zu erleben. Deswegen gehe ich davon aus, daß der „Rainmaker“ den Sack zumacht, alle Schweinereien der BULLET-CLUB-Jungs überlebt und siegreich aus dem Tokyo Dome schreitet. Vielleicht sehen wir ja sogar die Rückkehr von YOSHI-HASHI, der sich vor ein paar Monaten selbst aus dem Programm stolperte. Erinnert sich überhaupt noch jemand an ihn? Nein, nein, nicht Yoshitatsu. YOSHI-HASHI! Ja, genau – der! Tipp: Kazuchika Okada

IWGP Intercontinental Championship
Chris Jericho (c) vs. Tetsuya Naito

Gerry: Naito war mein Tipp im letztjährigen Main Event gegen Kazuchika Okada und wir wissen ja alle, wie das ausgegangen ist. Nichtsdestotrotz werde ich auch dieses Jahr wieder auf den Anführer der Unkontrollierbaren setzen. Erstens, weil ich der Meinung bin, dass Naito langsam wieder einen großen Sieg brauchen könnte und zweitens, weil ich keine Ahnung habe, wie man diese Story der beiden noch länger auf interessante Art und Weise vorantreiben könnte. Jericho ist einer meiner all time favorites, doch wenn ich mir seine aktuelle körperliche Verfassung so ansehe, dann sollte sich „Y2J“ langsam an den Gedanken gewöhnen, die Boots an den Nagel zu hängen. Seine bisherige Karriere ist als absolut legendär einzustufen und diesen Eindruck sollte er nicht unnötig gefährden, indem er als 50-jähriger Rock & Roller mit Wampe durch die Gegend springt.

Was das Match an sich betrifft, so erwarte ich mir hier keinen technischen Leckerbissen. Den wird es dann im Main Event zwischen Kenny Omega und Hiroshi Tanahashi zu bestaunen geben. Hier wird man wohl auf einen verbissenen Brawl setzen, bei dem ich mir sogar vorstellen könnte, dass beide Kontrahenten am Ende neben Schweiß und Tränen auch noch eine Menge Blut lassen werden. Wenn sich der Rauch aus dem Tokyo Dome verzogen hat, wird Naito den ungeliebten IC-Gurt einmal mehr um die Hüften tragen bzw. durch die Gegend schleudern. Destinoooooooo! Tipp: Tetsuya Naito

Chris: Puh, die ganze Jericho-Sache war dann ja doch nicht so geil. Ich bin kein großer Fan gewesen und habe auch kein großes Interesse an diesem Match, vor allem mag ich Naito in der Rolle des Babyfaces auch überhaupt nicht. Wie Gerry es schon sagte: Es wird ein fetter Brawl werden mit jeder Menge Blut, Schweiß und Tränen und am Ende gewinnt Naito, mal wieder, den Gürtel, den er eigentlich so verabscheut und zerstört hatte. Hoffentlich attackiert Jericho beim Dash nicht noch Okada … Tipp: Tetsuya Naito

Steffen: Mein Rechner brummt seit einer Woche. So ein dumpfes Dröhnen. Es kommt nicht aus den Boxen, das habe ich überprüft. Jemand eine Ahnung? Tipp: Tetsuya Naito

IWGP Heavyweight Championship
Kenny Omega (c) vs. Hiroshi Tanahashi

Steffen: Hätte mich im letzten Jahr die Kunde erreicht, Hiroshi Tanahashi würde auf seine alten Tage noch einmal den Tokyo Dome headlinen, hätte ich auf einen sympathischen, aber doch eher schlechten Witz getippt. Das aus dem letzten Loch pfeifende „Ace Of The Universe“ sah teilweise so weichgeklopft aus, daß ich selbst bei Wrestle Kingdom 12 fest davon ausging, Jay White triumphieren zu sehen. Das ist nicht passiert – und das ist auch gut so! Denn mag das Match auch eher für seine Mittelmäßigkeit im Kopf bleiben, so gab es auf eine gewisse Weise doch den Startschuß für den Hiroshi Tanahashi, dem alles zuzutrauen ist.

So abgebrochen der vielleicht beste Wrestler des aktuellen Jahrtausends bei Zeiten auch aussehen mag: 2018 hat es für insgesamt 113 Matches gereicht! Dabei ließen die positiven Resultate nach dem Tokyo Dome auf sich warten. Die Intercontinental Championship ging an Minoru Suzuki verloren, das Finale vom New Japan Cup entschied dessen Zögling Zack Sabre Jr. für sich. Genauso scheiterte der Versuch, Kazuchika Okadas 12. Titel- und damit Rekordverteidigung zu unterbinden. Vor dem G1 schien Hiroshi Tanahashi endgültig auf dem Abstellgleis angelangt. Und doch sollte alles anders kommen! Denn kaum war das Turnier der Turniere geschlagen, stand ausgerechnet das abgeschriebene Aushängeschild New Japans mit der Trophäe im Ring. Ein Erfolg, den zu diesem Zeitpunkt wohl kaum noch jemand für möglich hielt. Nachdem der damit einhergehende Koffer gegen den Generationsrivalen Okada (!) und Frechdachs Jay White verteidigt werden konnte, steht Tanahashi nun wieder an seinem angestammten Platz: im Main Event von Wrestle Kingdom!

Kenny Omega derweil hatte eine ganze Litanei an Problemen zu lösen. Zwischen Chris Jericho, Sperenzien mit Kota Ibushi, nacheinander irre werdenden Codys und Tama Tongas sowie dem auseinanderfallenden BULLET CLUB ging es doch tatsächlich daran, die entscheidende Schlacht gegen den „Rainmaker“ zu schlagen – und zwar erfolgreich! Kennys Titelregentschaft mag bisher nicht sonderlich spektakulär sein. Doch sie hat New Japan fraglos mit noch mehr Aufmerksamkeit ausgestattet, dabei einen interessanten Konflikt herbeigeführt: Der große Held des Westens verteidigt gegen sein Äquivalent aus dem Osten. Kenny Omega vs. Hiroshi Tanahashi ist der größte und unverbrauchteste Kampf, den New Japan derzeit kredenzen kann.

Wer gewinnt? Gar nicht so einfach! Denn anders als uns Kenny in den vergangenen Jahren wiederholt weismachen wollte, läuft sein Vertrag im Januar 2019 tatsächlich aus – mitsamt der Gerüchte um AEW ein potentieller Faktor, der das neue New-Japan-Jahr beeinflußt. Genauso die Tatsache, daß mit Jay White ein Eigengewächs in den Startlöchern steht, das den Status Omegas langfristig überflügeln könnte. Ein plötzlicher Abgang Kennys wäre dramatisch, keine Frage. Aber mit vielen auf ihre Chance wartenden Gaijin nicht mehr halb so schmerzhaft wie vor ein oder zwei Jahren. Im Januar 2016 hat der Exodus an New-Japan-Talenten für Schlagzeilen gesorgt. Diesmal ist die Promotion unabhängig potentieller Abgänge wesentlich besser vorbereitet.

Für Tanahashi fallen mir vom Fleck weg interessante Titelverteidigungen ein. Wie wäre es etwa mit einem weiteren Aufeinandertreffen mit Okada, nachdem das „Ace“ den letzten Tanz überraschend für sich entscheiden konnte? Oder Minoru Suzuki, der Tanahashi erst letztes Jahr die Intercontinental Championship abgenommen und eine Verletzung herbeigezaubert hat? Wie steht‘s um Zack Sabre Jr. oder Jay White – junge Wrestler, mit denen Tana eine Rechnung offen hat? Oh, und außerdem gibt es EVIL, SANADA, Will Ospreay, Ibushi und weiß der Geier wen! Alles klingt interessant. Doch ich entscheide mich trotzdem dafür, meine Tanahashi-Fanbrille abzunehmen. Am Ende werde ich ja doch nur enttäuscht! Tipp: Kenny Omega

Gerry: Hier wäre ein Titelgewinn für das alte(rnde) „Ace“ natürlich der perfekte feel good moment, doch den wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht geben. Ich erwarte mir hier natürlich mindestens ein 7-Star Match der beiden Ausnahmeathleten, mit dem besseren Ende für den Champion. Hierbei blende ich einfach mal seine aktuelle Vertragssituation aus und gehe davon aus, dass er auch zukünftig für NJPW in den Ring klettern wird. Der gute Tana wird nicht jünger und auch wenn er natürlich immer noch imstande ist, super Matches abzuliefern, bin ich der festen Überzeugung, dass man das Gold bei Kenny lässt, um NJPW auch weiterhin im „Westen“ zu etablieren. Tipp: Kenny Omega

Chris: Ich bin kein großer Kenny-Omega-Fan, das habe ich schon einige Male durchblicken lassen. Nichtsdestotrotz kann man ihm eines nicht absprechen: Er ist überaus beliebt bei den neu gewonnen westlichen Fans und hat das, was Tanahashi begonnen hat, nun weiter gesponnen. Es ist wirklich der Kampf des „alten“ NJ gegen das neue NJ, mit dem Ende der Heisei-Periode könnte auch das Ende von Hiroshi Tanahashi eingeleitet werden. Mit 42 Jahren wird das „Ace“ vermutlich seinen letzten Main Event im Dome bestreiten, auch wenn man das auch vor dem 2018er G1 gedacht hatte. Ehrlich gesagt habe ich keinen Schimmer, wer gewinnen wird, es kann beides passieren. Wenn ich im Kopf die Ideen für die kommenden Monate zusammenfasse, sehe ich im Madison Square Garden Kenny gegen Kota als Hauptkampf. Andererseits sehe ich für Tanahashi ein mögliches Szenario bei New Beginning mit Jay White, wo „Switchblade“ die Welt schocken könnte. Mein Herz sagt Tanahashi, mein Kopf Kenny … Tipp: Hiroshi Tanahashi

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Author: Kamigoye-gun

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